Vom Software-Untergrund zum Leben des Low-Code-Traums (Teil 1)

Suvajit Gupta, Senior Vice President im Bereich Engineering bei Appian

(Dies ist der erste Teil unserer zweiteiligen Serie zum Thema Low-Code Development und Innovation mit Suvajit Gupta (@suvajitgupta), Senior Vice President im Bereich Engineering bei Appian, einem Low-Code-Plattform-Unternehmen mit Sitz in Reston, Virginia.

Wir leben in einem Zeitalter ständiger Beschleunigung, in dem sich mithilfe von Technologie neue Ideen schneller in Software verwandeln lassen, als man es sich je hätte vorstellen können. Das führt uns zu Suvajit Gupta und seiner Reise von einem hageren Kind in Kalkutta zum Leben des Traums als Senior Vice President im Bereich Engineering bei Appian in Reston, Virginia. Seit drei Jahrzehnten zeichnet sich Gupta dadurch aus, dass er Menschen anleitet, erstaunliche Tools für die Softwareentwicklung zu entwickeln, ohne die Unternehmen nicht mehr auskommen.

Gupta betont: „Was ich dabei gelernt habe ist, dass Software wie der ‚ultimative Lehm‘ ist: Man kann alles damit erschaffen und ist nur durch seine Fantasie begrenzt.“

Für Gupta ist die Softwareentwicklung der beste Job der Welt. „Es ist der einzige Job, der es ermöglicht, von der Idee an einem Whiteboard zur Programmierung an einer Tastatur überzugehen und dann die sofortige Befriedigung zu bekommen, diese Idee zum Leben zu erwecken.“

Google bestätigt die Perspektive von Gupta: Mit einem Durchschnittsgehalt von über 100.000 Dollar und einer Arbeitslosenquote von weniger als 1,9 % zählt die Softwareentwicklung laut U.S. News immer wieder zu den besten Berufen der Welt.

Rückblickend betrachtet war Gupta erfolgreicher, als er es sich je erträumt hätte. Sein Weg in die Führungsetage ist eine ebenso inspirierende wie belehrende Geschichte, reich an pragmatischen Lektionen über Innovation und Führung – und darüber, warum Unternehmen ohne Low-Code Development nicht mit dem rasanten Tempo der digitalen Transformation Schritt halten können.

Viel Spaß beim Lesen.

Appian: Was ist das größte Missverständnis über Softwareentwickler und die Arbeit, die Entwickler leisten?

Gupta: Die meisten Leute denken, das Erstellen und Bearbeiten von Software sei einfach, aber das ist nicht der Fall. Sie denken nur an die „primären Szenarien“, also an das, was sie vom System erwarten. Sie ignorieren oder unterschätzen jedoch die „sekundären Szenarien“, die all die Dinge beinhalten, die bei einem System, den Inputs, der Umgebung etc. schieflaufen können. Die Wahrheit ist, dass diese sekundären Szenarien etwa 85 % der Codezeilen in einem eingeführten Produktionssystem ausmachen. Sie sind wie „dunkle Materie“ und einer der Hauptgründe, warum Softwareprojekte scheitern.

Appian: Letztes Jahr haben Sie einen Blog-Beitrag auf Medium veröffentlicht, der meine Aufmerksamkeit erregte. Sie haben ihm den Titel „Traveling the Software Underground“ (so viel wie „Unterwegs im Software-Untergrund“) gegeben. Was hat Sie dazu bewegt, diesen Artikel zu schreiben?

Gupta: Ich wurde gebeten, über die Karrierewege innerhalb des von mir geleiteten Engineering-Teams bei Appian zu schreiben. Als ich nach Inspiration suchte, schlug meine Frau vor, dass ich doch meine eigene Geschichte über die Reise durch die zahlreichen Berufe und Rollen während meiner Karriere erzählen könnte.Appian: Wie haben die Leser auf diese Geschichte reagiert?

Gupta: Ich war von der positiven Resonanz auf meine Geschichte durchaus überrascht. Ich denke, dass sich die Leute mit der persönlichen Seite davon verbunden gefühlt haben.

Appian: Eines der Dinge, über die Sie in diesem Artikel sprechen, ist Ihre Leidenschaft für Hacking, für die Arbeit mit einem Computer und der Programmierung zur Problemlösung. Was genau hat Sie schon so früh an Computern und Programmierung fasziniert?

Gupta: Der Ingenieur in mir liebt es, ein Problem klar zu definieren, nach brauchbaren Lösungswegen zu suchen und dann einen davon auszuwählen und erfolgreich umzusetzen. In der Softwareentwicklung ist das jedoch kein linearer Prozess. Wie viele Menschen in meinem Beruf langweile ich mich schnell. Software hält mich aber ständig in Bewegung, da sich die Dinge stetig weiterentwickeln.

Im Zickzack durch den Software-Untergrund

Appian: Sie haben gesagt, dass das Finden eines Karriereweges fast so ist, wie herausfinden zu müssen, welche U-Bahn man in einer überfüllten Station nehmen muss. Aus meiner Sicht gilt das Gleiche auch für den Versuch, herauszufinden, welche Technologie im Zeitalter der digitalen Transformation zum Einsatz kommen soll. Welchen Ratschlag haben Sie für Business- und IT-Führungskräfte, die mit dieser Herausforderung zu kämpfen haben?

Gupta: Man sollte sich fortlaufend mit neuen Dingen auseinandersetzen, mit denen sich die Herausforderungen, denen man in seinem Beruf begegnet, besser lösen lassen. Genauso wichtig ist es, sich mit Menschen zu umgeben, die Dinge hinterfragen, Ideen vorschlagen und diese auch in die Tat umsetzen. Low-Code (bzw. Low-Code Development) ist eines dieser Dinge. Business- und IT-Führungskräfte müssen den geschäftlichen Wert von Technologietrends wie Low-Code verstehen, um ermitteln zu können, wie sie diese zur Transformation ihres Unternehmens nutzen können.Appian: Und das bringt uns zum Thema Innovation. Die besten Unternehmen sind in Sachen Innovation besser aufgestellt als der Wettbewerb. Wie erklären Sie Führungskräften aus nicht-technologischen Bereichen, wie Low-Code in den Innovationsprozess passt?

Gupta: Inzwischen haben die meisten Leute diesen Satz bereits gehört: „Jedes Unternehmen ist ein Softwareunternehmen.“ Das entspricht der Wahrheit, weshalb es umso wichtiger ist, die Anwendungsentwicklung aufzurüsten, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

Low-Code: Wie man kundenspezifische Software in Wochen und nicht in Jahren entwickelt

Appian: Das ist ein guter Übergang zum nächsten Thema, über das ich gerne mit Ihnen sprechen würde: die digitale Transformation. Kritiker meinen, dass die digitale Transformation nur ein weiteres Schlagwort und überbewertet sei. Unsere Forschung zeigt jedoch, dass viele Unternehmen der digitalen Transformation noch immer Priorität einräumen. Ist die digitale Transformation noch relevant und in welchem Verhältnis steht sie zum Low-Code-Trend?

Gupta: Die digitale Transformation ist hier, um zu bleiben. Sie ist Realität und findet statt. Und sie wird auch noch in den kommenden zwei Jahrzehnten stattfinden. Im Mittelpunkt der digitalen Transformation steht allerdings eine Menge Software und Daten. Die Verbindung mit Low-Code ist dabei klar: Low-Code-Plattformen ermöglichen es Unternehmen, die Explosion der aufkommenden Technologien zu bewältigen – und das in der Geschwindigkeit des Internets. So können Unternehmen mit Low-Code zum Beispiel individuelle Software innerhalb von Wochen umsetzen, was sich zuvor vielleicht über mehrere Jahr erstreckt hätte.

(Verpassen Sie nicht den letzten Teil dieser zweiteiligen Serie über Low-Code Development und Innovation mit Suvajit Gupta, Senior VP im Bereich Engineering bei Appian).

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