Diagnose: Disruption! So fördert die Cloud Veränderungen in der Pharmabranche

Das Eroomsche Gesetz besagt, dass sich die Kosten zur Entwicklung neuer Medikamente etwa alle neun Jahre verdoppeln. Die Medikamentenforschung wird mit der Zeit immer langsamer und teurer und führt dazu, dass jedes Jahr weniger neue Medizin auf den Markt kommt.

Die Pharmabranche hat schwer mit den Auswirkungen dieses Problems zu kämpfen. Eine Branche, die am meisten von neuen, innovativen Produkten profitiert, hat Schwierigkeiten, alle Möglichkeiten unserer Gesellschaft im technologischen Fortschritt zu nutzen. Stattdessen müssen die Pharmaunternehmen die Last ineffizienter Entwicklungsprozesse und immenser Ausgaben schultern.

Diese Diagnose wird für die Branche noch fatale Folgen haben, wenn niemand am Status quo rüttelt. Die neuen Effizienzzuwächse durch Cloud-Technologien müssen erschlossen werden, um die nötige Agilität zur Wettbewerbsfähigkeit in unserem digitalen Zeitalter zu erlangen.

Aber wo genau liegen die Schwachstellen?

Forschung und Entwicklung (F&E) ist ein komplexes Feld, das durch Branchenbestimmungen und Sicherheitsvorgaben in jeder Phase des Produktlebenszyklus’ erschwert wird. In der F&E müssen gewaltige Mengen klinischer Daten aufgezeichnet, gespeichert, verarbeitet und analysiert werden. Zur Bewältigung dieses riesigen Datenstroms müssen effizientere und kostengünstigere Anwendungsmanagement-Plattformen implementiert werden.

Eine Anwendungsplattform in der Cloud kann die F&E straffen, indem sie fragmentierte Prozesse und isolierte Datenspeicher zusammenführt. Mit Cloud-Anwendungen können Unternehmen prozessübergreifend für Transparenz sorgen und den nahtlosen Informationsaustausch ermöglichen. Die Cloud gestattet außerdem die Integration mehrerer Forschungsstandorte auf der ganzen Welt und automatische System-Updates, um die Compliance bei sich stetig verändernden regulatorischen Anforderungen zu wahren.

Außerdem bleibt auch die Datensicherheit mit einer Hybridlösung aus Cloud und On-Premise gewährleistet. Unternehmen können ihre sensibelsten Daten weiterhin hinter ihren Firewalls sichern, während sie die flexibleren Entwicklungsaktivitäten in die Cloud auslagern. Einige Cloud-Plattformen bieten weitere Sicherheits- und Compliance-Vorkehrungen, die Ihre transformierten Entwicklungsprozesse umfassend schützen.

Klinische Studien stellen eine weitere Etappe im Produktlebenszyklus dar, die von einer digitalen Transformation durch die Cloud profitieren kann. Klinische Studien können völlig dezentral erfolgen und sind so schwierig zu überwachen. Die größte Herausforderung besteht darin, die Kommunikation und den Informationsaustausch sowohl innerhalb als auch zwischen den Instanzen und Systemen der Studien zu verbessern. Um diese Phase des Produktlebenszyklus effizienter zu machen, muss unbedingt eine einfache Zusammenarbeit zwischen den Patienten, Prüfern, Regulierungsbehörden und Dienstleistern geschaffen werden.

Durch die Implementierung einer Cloud-Lösung für die klinische Studie können die Qualität gesteigert und die Konsistenz des Datenaustauschs zwischen wichtigen Prozessbeteiligten verbessert werden. Dadurch wird wiederum die klinische Studie beschleunigt, da die Ergebnisse schneller und einfacher zu denen kommen, die sie brauchen.

Die Cloud-Technologie verbessert auch die regionsübergreifende Kommunikation und bietet weltweit Zugang zur Zusammenarbeit. Diese Effizienzgewinne in der Kommunikation tragen letztendlich zur Prozessstraffung bei, reduzieren die Markteinführungszeit und wahren die Transparenz und Compliance.

Die Etikettierung ist die dritte Phase im Medizinproduktlebenszyklus, die von der Cloud profitieren kann. Das übergeordnete Ziel ist die sichere und effektive Anwendung eines Medikaments, sodass dem Etikettierungsprozess mit die größte Bedeutung in der Pharma-Lieferung zukommt. Es gibt viele Punkte, die bei diesem Prozess berücksichtigt werden müssen, zum Beispiel die regulatorische Compliance und regionale Unterschiede bei den Etiketten. Die Sicherheit der Patienten steht auf dem Spiel.

Um das Chaos der Etikettierungsanforderungen, verschiedenen regionalen Etiketten und Audit-Vorgaben zu erfüllen, brauchen Sie einen konsolidierten und einheitlichen Prozess. Dort kann sich Cloud-Technologie in der Transformation bewähren.

Cloud-Lösungen können alle Varianten der Etikettierungsinhalte verwalten, egal ob Print, Verpackung oder Digital; dazu noch in verschiedenen Sprachen und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bestimmungen. So bekommen Unternehmen die Möglichkeit, weltweit regionale Anwendungen schneller auszuführen, wobei quellübergreifende Implementierung und Integration möglich sind. Vereinfachte Integration von und leichterer Zugriff auf Daten erleichtert die Wahrung der Compliance und der gesamte Etikettierungsprozess wird gestrafft.

Cloud-Vorteile für die Life Sciences

Der Wechsel in die Cloud bietet immenses Potenzial für die Life Sciences. Die Cloud kann jede Phase des Produktlebenszyklus’ unterstützen. Wir stellen Ihnen die drei größten Vorteile der Cloud vor:

1. Kostenreduzierung

Eines der größten Probleme in den Life Sciences, die immer stärker steigenden Kosten für die Medikamentenentwicklung, kann durch die Cloud-Einführung bewältigt werden. Cloud-Nutzer haben bemerkenswerte Kosteneinsparungen durch cloudbasierte Software und Infrastruktur verzeichnet. Durch die Auslagerung in die Cloud brauchen Sie weniger Infrastruktur und Testressourcen für die Entwicklungsarbeit. So bleiben die Investitionen für Entwicklungsumgebungen und Ausführung im Rahmen und Sie haben volle Kontrolle über die Kosten für die Pflege und Wartung der Anwendungen.

„Von den marktüblichen IT-Ausgaben eines Unternehmens gehen 30 % Budget in die Infrastruktur (hauptsächlich Rechenzentren und Netzwerke). Die Auslagerung von Teilen oder dieses gesamten Postens in die Cloud kann Unternehmen 10-20 % ihres jährlichen IT-Budgets sparen. Diese gesparten Mittel können entweder in das Unternehmen zurückgeführt oder in Wachstum und Innovation investiert werden.“ *

2. Verbesserte Effizienz

Die Cloud kann bei der Automatisierung wiederholbarer Geschäftsprozesse helfen und Medikamente so viel effizienter auf den Markt bringen.

Durch die Implementierung einer Automatisierungsplattform in der Cloud verbessern Sie auch die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, Lieferanten, Regulierungsbehörden und Distributoren. Ein offener Kommunikationskanal sorgt für schnellere Entscheidungen und eine gestraffte Medikamentenentwicklung.

Diese Transparenz gestattet es Arbeitgebern außerdem, Daten zu den Kapazitäten und Verfügbarkeiten von Materialien und anderen Bedürfnissen der Mitarbeiter zu erfassen. Die operativen Abläufe werden effizienter und Entscheidungsträger können fundierter abwägen, wenn sie die Prozesse und das Feedback in Echtzeit sehen können.

3. Skalierbarkeit und Flexibilität

In der Pharmabranche sind manchmal große Investitionen in Serverspeicher und teure Netzwerktechnologien nötig, um die gewaltigen Datenmengen zu verwalten, die während der Entwicklungsprozesse gesammelt werden.

Cloud Computing bietet eine wesentlich flexiblere Umgebung für das Speichern und Austauschen von Daten. Unternehmen können von wenigen Dutzend auf Hunderte Server skalieren, um komplexe Programme auszuführen und nach deren Abschluss wieder auf die Mindestanforderungen herunterzufahren.

„Cloud Services sind hinsichtlich ihrer Kosten sehr flexibel. Wenn die Service-Nachfrage reduziert wird, können auch die Kosten sehr schnell fallen.“

Wenn ein Unternehmen auf neue Studien, Produkte, Märkte und/oder Regionen erweitern möchte, braucht es eine Stamm-IT-Infrastruktur, die auf dezentrale Bedürfnisse skaliert werden kann. Cloud-Technologie bietet überall dort Standardisierung und Individualisierung, wo sie jeweils gebraucht werden.

Unternehmen in den Life Sciences stehen ständig vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur zügig an neue Normen anzupassen und den Umfang der Anforderungen abzustimmen, sodass die operativen Abläufe optimal funktionieren. On-Premise-Anwendungen lassen sich nicht so effizient für verschiedene Aktivitäten und Prozesse strukturieren, erweitern und skalieren. Wenn aber die Modifizierung der Prozesse zur Erfüllung der Anforderungen nicht zeitnah geschafft ist, riskiert das Unternehmen Noncompliance bei den Normen und würde damit hinter der Konkurrenz zurückfallen.

Mit Cloud-Technologie können die Unternehmen skalierbare IT-Lösungen einsetzen, die sich leicht an alle neu aufkommenden Anforderungen anpassen lassen. Die Cloud bietet die Gewissheit, dass die benötigten Ressourcen stets zur schnellen Implementierung bereitstehen. Diese Option bietet sich nicht nur für Compliance an, sondern trägt auch zur schnelleren Markteinführung bei.

Den Wechsel in die Cloud wagen

„Bis 2019 werden über 75 % der F&E-Abteilungen in den Life Sciences Anwendungen mit dem Cloud-First-Ansatz einführen.“

– Gartner, Accelerate Digital Capabilities by Migrating Validated Life Sciences Applications to the Cloud, 01. August 2017

Unternehmen haben bereits mit dem Umzug in die Cloud begonnen. Beim jüngsten Treffen der Pharma User Group von Appian sprachen viele Kunden über ihren Weg zur Cloud-Implementierung. Von langsamen und zerstückelten Prozessen, umfangreichen Compliance-Anforderungen und sich stetig verändernden Bestimmungen hin zu nahtlosen, abteilungs- und regionsübergreifenden Integration für mehr Performance und letztendlich bessere Ergebnisse bei den Patienten. Bei jeder Cloud-Implementierung, die bei uns besprochen wurde, kam die Sprache auf kürzere Markteinführungszeiten und effiziente Medikamentenentwicklungszyklen.

Diese cloudbasierten Effizienzzuwächse hören nicht bei der Medikamentenetikettierung auf. Die Cloud mischt auch das Gesundheitswesen auf und lässt Anbieter in der Medikamentendistribution profitieren. Einen tieferen Einblick in die Veränderungen im Medikamenten-Lebenszyklus vom Forschungslabor bis zur Arztpraxis durch die Cloud finden Sie in diesem eBook:

Victoria Ebel

 

*https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmg/pdf/2015/11/cloud-economics.pdf
**https://www.gartner.com/smarterwithgartner/the-financial-case-for-moving-to-the-cloud/

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