So wird Automatisierung lohnenswert | Appian

So zahlt sich Automatisierung aus: Großes Ziel, kleine Schritte, validieren und weitermachen

Dr. Jing Bing Zhang, Robotics Research Director, IDC
Dr. Jing Bing Zhang, Robotics Research Director, IDC

Dr. Jing Bing Zhang ist Research Director für Worldwide Robotics & Asia Pacific Manufacturing Insights bei IDC Asia/Pacific. Dr. Zhang gehört außerdem zu den weltweit führenden Experten für den kommerziellen Einsatz von Robotertechnologie.

Seine Forschungen konzentrieren sich auf kommerzielle Robotik und Robotic Process Automation und wie diese sich auf die Belegschaft der Zukunft auswirken, die digitale Transformation vorantreiben, neue Umsatzquellen erschließen und die Art und Weise, wie Arbeit erledigt wird, revolutionieren.

Als Futurist erwartet Dr. Zhang, dass die Automatisierung in Branchen wie dem Bankwesen, dem Versicherungssektor und den Finanzdienstleistungen exponentiell zunehmen wird, da diese seiner Ansicht nach allesamt reif für Innovation und digitale Transformation sind.

In diesem Gespräch aus unserer Interview-Serie mit großen Denkern verrät Dr. Zhang, weshalb der Vormarsch von Robotik und Automatisierung mehr ist als nur die Optimierung und Vereinfachung von Verwaltungs- und Transaktionsaufgaben, da damit sogar eine schnellere und bessere Service-Bereitstellung sowie ein ansprechenderes Kundenerlebnis möglich sind.

Unten können Sie das vollständige Interview lesen.

Appian: Guten Morgen, Dr. Zhang. Und willkommen bei Digital Trailblazers. Beginnen wir allgemein mit der Gesamtsituation. Im vorletzten Jahr haben IDC und andere Branchenexperten vorhergesagt, dass die Investition in kommerzielle Robotik mehr Innovation, neue Umsatzquellen und eine Revolution der Arbeitsweise zur Folge haben wird. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Dr. Zhang: Ja, aber lassen Sie uns das Ganze im entsprechenden Kontext betrachten. Unser im November 2016 veröffentlichter Bericht IDC FutureScape: Worldwide Robotics 2017 Predictions bezog sich auf die kommerzielle Robotik und den Einsatz physischer Roboter in verschiedenen Sektoren, z. B. in der Fertigungsindustrie, im Gesundheitswesen, im Handel, in der Versorgungsbranche und im Bauwesen.

Insgesamt beobachten wir ein stark gestiegenes Interesse an physischen Robotern und RPA.

Appian: Eine Umfrage von IDC aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass die Robotik unter allen technologischen Investitionen bei 50 % der befragten Unternehmen oberste Priorität hat. Wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Dr. Zhang: Diese Daten basieren auf einer Befragung, die wir Anfang 2017 durchführten. Damals interviewten wir Führungskräfte aus 1.050 Unternehmen auf der ganzen Welt, die auf den wichtigsten Märkten im Asien-Pazifik-Raum, in Europa und in Amerika aktiv sind.

An der Befragung nahmen Firmen aus vielen Branchen teil, so zum Beispiel aus der Fertigungsindustrie, aus dem Gesundheitswesen und aus dem Handel, aber auch Regierungsbehörden und Versorgungsunternehmen.

Höchste Priorität im Fertigungssektor hatte die Optimierung der Produkt- und Servicequalität für die Kunden. Und die größte Sorge waren die steigenden Arbeitskosten.

Appian: Was ist mit den anderen Branchen wie dem Gesundheitswesen und dem Handel? Wie nutzen Unternehmen aus diesen Sektoren Robotik und Automatisierung?

Dr. Zhang: Im Gesundheitswesen hatte die Optimierung der allgemeinen Patientenerfahrung oberste Priorität. Im Einzelhandel legte man den Fokus eher auf einen besseren Kundenservice.

Damit kommen wir also zu dem Schluss, dass Qualität und Servicezeit – d. h., wie schnell man einem Kunden seinen Service bereitstellt – die wichtigsten Treiber für Automatisierung und insbesondere Robotiktechnologie sind. Der Grund dafür: Roboter bieten eine höhere Agilität, Genauigkeit und Einheitlichkeit als menschliche Arbeitskräfte.

„Wir stellen jetzt jedoch fest, dass Kunden neben Qualität und Kostenvorteilen auch den Mehrwert betrachten, den die Automatisierung ihnen bietet – so zum Beispiel bei der Suche nach einem bestimmten Produkt über die Bestellung bis hin zu seiner Verwendung.“

Unternehmen reagieren demnach auf die Nachfrage, um mit den Kundenerwartungen Schritt halten zu können. Und diese Erwartungen ändern sich ständig.

Appian: Das heißt also, Kundenerwartungen sind der treibende Faktor für kommerzielle Automatisierung. Und diese Erwartungen ändern sich derzeit schneller als jemals zuvor.

Appian: Apropos Automatisierung. Ich habe in verschiedenen News-Berichten gelesen, dass China mehr als das Doppelte in Robotik investiert als die USA. Was sagen Sie dazu?

Zhang: Wenn Sie die Zeit 25 oder 30 Jahre zurückdrehen, können Sie sehen, dass China damals aufgrund der billigen Arbeitskräfte einen Wettbewerbsvorteil hatte. Aber dieser Vorsprung schrumpft. Deshalb setzt China gerade so sehr auf Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz. Man möchte das Konzept aus billigen Arbeitskräften und kostengünstiger Fertigung hinter sich lassen und sich lieber auf die Hightech-Produktion konzentrieren. China ist übrigens derzeit der weltweit größte Robotik-Markt.

„Sie nehmen auch einen großen Vorstoß in die künstliche Intelligenz vor. In Wahrheit sieht es nämlich so aus: China hat es sich zum Ziel gesetzt, weltweit führend auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz zu werden und bis 2030 ‚wichtigstes globales Zentrum für KI-Innovation‘ zu werden. Das ist sozusagen der Hintergrund zu dem, was gerade in China passiert. Eine andere Sache, der sich viele Leute nicht bewusst sind, ist, dass in China Arbeitskräftemangel herrscht.“

Appian: Ein Mangel an Arbeitskräften in China? Das klingt unglaublich. Wie ist das möglich? Dort leben enorm viele Menschen.

Zhang: China hat mehr als eine Milliarde Einwohner, das ist richtig. Deshalb wird die Bedrohung durch den Arbeitskräftemangel gerne übersehen. Vor dreißig oder vierzig Jahren haben viele Menschen die Bedeutung der Automatisierung für China heruntergespielt, eben weil das Land so viele Einwohner hat.

Im Jahr 2010 waren 110 Millionen Menschen in China bereits älter als 65 Jahre. Bis 2030 wird diese Zahl laut UN-Angaben noch mehr – um über 100 Millionen weitere Menschen – ansteigen. Und bis 2050 wird mehr als ein Vierteil der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein.

„Aber laut einem United-National-Arbeitsmarktbericht hatte die Anzahl der Arbeitskräfte in China im Jahr 2015 ihren Höchststand. Mittlerweile ist der Zenit überschritten, denn von diesem Zeitpunkt an wird Chinas Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit jedes Jahr eine Million Menschen im erwerbsfähigen Alter verlieren. Wenn man nun bedenkt, dass ein Industrieroboter drei bis vier Menschen ersetzen kann, muss China pro Jahr etwa 275.000 Industrieroboter installieren, um diesem demografischen Wandel entgegenzuwirken.“

Appian: Das klingt, als würde in China eine riesige Automatisierungslücke klaffen?

Dr. Zhang: Letztes Jahr installierte China etwa 86.000 Industrieroboter. Das ist nicht mal ein Drittel von dem, was erforderlich ist, um die benötigten Arbeitskräfte für das Jahr 2015 zu ersetzen. Aus diesem Grund ist die größte Sorge einiger Fabrikleiter in manchen Teilen Chinas tatsächlich der drohende Arbeitskräftemangel, vor allem nach den langen Ferien um das chinesische Neujahrsfest.

Außerdem sind die chinesischen Verbraucher anspruchsvoller geworden, sie erwarten heute viel mehr. Damit Hersteller diese steigenden Erwartungen erfüllen können, müssen sie auf Automatisierung zurückgreifen.

Es gibt eine Sache, die man ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte: Die Wettbewerbsvorteile durch billige Arbeitskräfte schwinden, denn schließlich können auch Unternehmen in den USA Fabriken mit Robotern bauen. Aus diesem Grund sinken die Arbeitskosten als Prozentsatz der Gesamtbetriebskosten immer schneller.

Deshalb befürchten auch so viele Menschen in Asien und im Asien-Pazifik-Raum, dass die Fertigung wieder zurück in die USA verlagert wird.

Appian: Dazu passt eine Meldung, dass der Sportartikelhersteller Adidas eine von Robotern gesteuerte und on-demand funktionierende Schuhfabrik in Atlanta baut, wo Laufschuhe von einem Team aus Robotern und ein paar wenigen menschlichen Arbeitskräften gefertigt werden. Adidas nennt dieses Konzept „Speedfactory“. Ist das nur ein Automatisierungshype oder wird das die neue Realität?

Dr. Zhang: Das wird die neue Realität. Diese automatisierten Fabriken werden Schuhe in Serie produzieren, die speziell für sechs der weltweit größten Metropolregionen designt wurden.

Die erste Speedfactory wurde bereits in Deutschland eröffnet. Und Adidas hat bekannt gegeben, dass ein weiteres, knapp 7.000 m² großes Werk in Atlanta eröffnet wird, wo in Zukunft etwa 160 Arbeiter beschäftigt werden.

„Der Automatisierungsgrad in diesen Fabriken ist unglaublich. Adidas nutzt dieses Konzept der Speedfactorys, um individuelle Schuhe – on-demand – für Verbraucher in bestimmten Städten zu produzieren, je nach örtlichen Umweltbedingungen, Gewohnheiten und dem Lifestyle der Verbraucher.“

Appian: Diese Geschichte ist wirklich bemerkenswert. Daran wird deutlich, welche Vorteile Automatisierung und individuelle Fertigung haben. Aber die Kehrseite daran ist die Angst. Die Angst, dass Automatisierung irgendwann den Menschen ersetzt. Sollten wir uns darum Sorgen machen? Was halten Sie von dem Widerwillen der Automatisierung gegenüber und der Angst, dass dadurch irgendwann Arbeitsplätze wegfallen?

Zhang: Ich möchte nicht um den heißen Brei herumreden. Arbeitsplätze werden abgebaut. Aber die meisten Jobs, die es dann nicht mehr geben wird, sind ohnehin Jobs, die die Leute gar nicht machen möchten. Es sind Aufgaben, in denen Menschen die Anforderungen an Qualität und Einheitlichkeit nicht einhalten können, was Automatisierung sehr wohl kann. Oder es könnte sein, dass die Automatisierung Arbeitsplätze ersetzt, die für den Menschen schlichtweg gefährlich sind.

Appian: Also gehen Sie davon aus, dass durch Automatisierung mehr hochwertige Arbeitsplätze in der Wirtschaft geschaffen werden, zum Beispiel Positionen im Management oder in der Kontrolle, aber auch im kreativen Bereich? Als Kehrseite allerdings erwarten Sie, dass niedrig bezahlte Jobs für Geringqualifizierte verschwinden werden?

Zhang: Ja. Sich wiederholende Arbeit, für die nur wenige Qualifikationen erforderlich sind, wird ersetzt werden. Daran gibt es keinen Zweifel.

„Aber gleichzeitig wird die Automatisierung viele Jobs, die mit künstlicher Intelligenz, Robotik, maschinellem Lernen und Datenwissenschaft in Zusammenhang stehen, für höher qualifizierte Arbeitnehmer schaffen. Die Menschen müssen sich neue Kompetenzen aneignen, um mit Robotern zu arbeiten. Denn der Bedarf an Routineaufgaben, die von menschlichen Arbeitskräften erledigt werden und produzierende oder Montagekenntnisse erfordern, geht zurück.

Appian: Also werden wir unterm Strich insgesamt von neuen, durch Automatisierung geschaffenen Arbeitsplätzen profitieren?

Zhang: Ja. Aber die Arbeitnehmer müssen ihre Kompetenzen ausweiten, damit sie die entsprechenden Qualifikationen für die Arbeitsplätze der Zukunft mitbringen.

Appian: Welche Erkenntnisse können Führungskräfte daraus ziehen … wie können sie sich auf die von Ihnen angesprochene Verschiebung der Arbeitsplätze vorbereiten?

Zhang: Einige Führungskräfte und Manager haben bereits erkannt, dass es notwendig ist, sich auf diese Megatrends einzustellen. Sie wissen, dass Automatisierung erforderlich ist, um die Gesamtlebensdauer ihrer Produkte und Services zu steigern und das Gesamterlebnis der Kunden bei der Verwendung ihrer Produkte zu optimieren.

„Die Branchenführer gehen einen Schritt weiter. Sie setzen Technologie aktiv ein, um auf Änderungen in der Kundennachfrage zu reagieren. Aber einige Firmen sind immer noch im passiven Wartemodus. Und an manchen geht der Trend sogar komplett vorbei. Aber die Early Adopters? Das sind diejenigen, die gegenüber ihrer Konkurrenz einen klaren Vorteil haben.“

Appian: Wenn Sie in die Zukunft blicken: Wie wird die Automatisierung Ihrer Meinung nach traditionelle Unternehmen und Branchen verändern?

Zhang: Organisationen können nicht mehr allein anhand von Kosten oder Qualität konkurrenzfähig bleiben. Sie müssen das Gesamtangebot betrachten: das Produkt ist nur ein Teil davon.

Appian: Was ist mit Unternehmen, die die Vorteile von Automatisierung nutzen möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen? Haben Sie einen Tipp?

„Falls Sie nicht sicher sind, wo oder in welchem Umfang Sie mit der Automatisierung starten sollten, probieren Sie es zuerst mit einem Prototyp, um das Konzept zu validieren. Ziehen Sie Ihre Lehren daraus und machen Sie weiter. Die Devise lautet ‚Think big, start small’. Setzen Sie sich also ein großes Ziel, beginnen Sie aber mit kleinen Schritten. Sie können es sich nicht leisten, gar nichts zu machen.“

Appian: IDC prognostiziert, dass bis 2020 60 % aller Roboter von Cloud-basierten Software-Lösungen abhängig sein werden. Das klingt, als würde die Cloud eine große Rolle bei der Automatisierung spielen?

Zhang: Wir beobachten, dass einige Unternehmen Roboter nicht kaufen, sondern leasen – so wie beim Auto. Die Technologie in diesen Maschinen entwickelt sich rasant weiter. Es ist deshalb besser für Benutzer, die Roboter zu leasen. Die Anbieter können nämlich so kontinuierlich über die Cloud Optimierungen an den Funktionen vornehmen, die Nutzung generell tracken und Inspektionen planen.Appian: Das heißt also, dass Unternehmen die Kosten für das Leasing von Robotern gegenüber dem Stundensatz menschlicher Arbeit abwägen?

Zhang: Ja. Wenn Sie zudem genauer darüber nachdenken, wird schnell klar, dass die Ressourcen und Investitionskosten für den Kauf eines Roboters außerhalb des Budgets von kleinen und mittelgroßen Unternehmen liegen. Daneben sind auch Wartungsarbeiten und Upgrades von Robotern eine Herausforderung. Den meisten kleinen Unternehmen fehlen nämlich einfach die Ressourcen oder die Fähigkeiten, sich um diese Dinge zu kümmern.

Deshalb ist das „Robot-as-a-Service“-Modell so sinnvoll. Denn damit können auch kleine und mittelgroße Unternehmen die Vorteile der Robotik nutzen.

Appian: Welche Einstellung sollten Führungskräfte in Unternehmen und im IT-Bereich – vom strategischen Standpunkt aus betrachtet – haben, wenn es um die Herausforderungen bei der Nutzung von physischen und Software-Robotern geht? Und für welche Branchen stellt der Automatisierungstrend das potenziell größte Risiko dar?Zhang: Ich denke, dass RPA und physische Roboter sich nicht wirklich so sehr voneinander unterscheiden. Der eine konzentriert sich auf physische Arbeit, der andere auf Denkprozesse. Es gibt viele Arten von Unternehmen, bei denen durch diese Technologien ein Wandel stattfinden wird. Meiner Meinung nach sollten sich Unternehmen, die outsourcen, die größten Sorgen machen, d. h. Business Process Outsourcer (BPOs).

„In der Vergangenheit haben diese Unternehmen von billiger Offshore-Arbeit profitiert, zum Beispiel für Aufgaben wie Dateneingabe, bei der man auf Menschen zurückgriff, die Informationen und Daten in Systeme eingeben, Daten abrufen, sie miteinander vergleichen und eine Entscheidung treffen.  In Zukunft werden Unternehmen für solche Aufgaben Robotic Process Automation einsetzen.“

Appian: Hat man es also mit regelbasierten, standardisierten Workflows und einfachen, sich wiederholenden Aufgaben in hohem Umfang zu tun, dann kann RPA diese Aufgaben rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche das ganze Jahr über erledigen …

Zhang: Das ist richtig. Man hat keinen Vorteil mehr, wenn man solche Aufgaben nach Malaysia, Indien oder China gibt, so wie es die Unternehmen noch vor 10, 20 oder 30 Jahren gemacht haben.

Was RPA betrifft, haben die meisten Länder heutzutage alle die gleichen Voraussetzungen. Natürlich sind die BPOs gefährdet, denn sie können sich nicht mehr auf eine Armee aus günstigen Arbeitskräften aus Übersee verlassen.

Darüber hinaus kann billige Arbeit nicht die Geschwindigkeit, Skalierbarkeit, Genauigkeit und Fähigkeit von RPA erreichen, um mit sich ändernden Regulierungen und Compliance-Vorschriften mitzuhalten. Deshalb müssen auch BPOs RPA für sich nutzen.

„Aber zurück zu Ihrer Frage, über welche strategischen Herausforderungen sich Führungskräfte im Klaren sein sollten. Die größte Herausforderung beim Einsatz von RPA ist die Frage, wo man am besten beginnt. Ich empfehle, die niedrig hängenden Früchte zuerst zu ernten. Entwickeln Sie einen strategischen Plan und handeln Sie nach dem Motto ‚Think big, start small‘. Sie brauchen ein großes Ziel mit einer Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise. Nach dem ersten Schritt validieren Sie Ihre Strategie und gehen anschließend den nächsten Schritt an – und so weiter.“

Appian: Zum Abschluss bitte ich Sie um Ihre Top-3-Prognosen für RPA im Jahr 2018 und in den darauffolgenden Jahren. Was meinen Sie?

Zhang: Ich glaube, wir werden 2018 ein exponentielles Wachstum beobachten können. Und dieses Wachstum wird alle Branchen betreffen, insbesondere aber das Bankwesen, die Finanzdienstleistungen und Versicherungsunternehmen.

Zweitens denke ich, dass Gesundheits- und Logistikunternehmen als Nächstes von RPA profitieren werden, denn dort gibt es viele Daten, die verarbeitet werden müssen. Und Daten treiben die Automatisierung voran. Drittens wird es bedingt durch RPA 2018 zu einer Reihe von Konsolidierungen, sprich Zusammenführungen und Übernahmen, innerhalb und außerhalb verschiedener Branchen kommen.

Appian: Was ist mit der Annäherung von RPA und KI? Denken Sie, dass wir hier im Jahr 2018 Fortschritte sehen werden?

Zhang: Ja. Unternehmen sprechen bereits darüber, wie sie künstliche Intelligenz in RPA integrieren können. Meiner Ansicht nach wird das aber noch eine Weile dauern.

Was definitiv bereits gemacht wird: der Einsatz künstlicher Intelligenz in Kombination mit Aktienmarktinvestitionen. Wir haben vielleicht in etwa 3 bis 5 Jahren eine intelligente Version von RPA.

Aber im Moment haben Unternehmen noch genug Aufgaben, die sich mit traditioneller RPA erledigen lassen.

Die digitalen Prognosen für 2018

 

 

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