Aggressivere Automatisierung: So rappeln Sie sich inmitten der COVID-Krise wieder auf

Während die Wirtschaft inmitten COVID-bedingter Lockdowns und massiver Arbeitsplatzverluste zum Stillstand kommt, drängen Experten Unternehmen, sich offensiver auf den Übergang zu einer stärker automatisierten Wirtschaft vorzubereiten.

„… Einfach gesagt, Sie brauchen jetzt eine Grundlage für eine schnelle Prozessautomatisierung. Wenn Ihr Unternehmen bereits eine Low-Code-, DPA- oder CWM-Plattform verwendet, sollten Sie diese möglichst umfassend einsetzen, um nicht funktionierende Prozesse zu automatisieren. Wenn Sie noch keine Plattform besitzen, ist nun der Zeitpunkt gekommen, sich eine anzuschaffen … Sie haben keine Zeit für einen normalen Produktprüfungs-Prozess.”

So lauten die Worte der Experten des Forschungsunternehmens Forrester.

Bevor die Pandemie abklingt, könnte die US-Wirtschaft Nachrichtenberichten zufolge im Jahr 2020 um satte 5,6 % schrumpfen, die Arbeitslosenquote könnte bis Ende des Jahres einen zweistelligen Bereich erreichen und Millionen von Menschen könnten in die Isolation gezwungen werden.

Auf der anderen Seite wird die Krise Unternehmen jedoch auch motivieren, zunehmend auf digitale Prozessautomatisierung zu setzen.

Die digitale Prozessautomatisierung gehörte vor der COVID-Krise zu den Prioritäten von Führungskräften. Der Markt für Robotic Process Automation (RPA) zum Beispiel wuchs 2018 um 63 % und war damit laut Gartner die am schnellsten wachsende Kategorie von Unternehmenssoftware.

Jenseits klein angelegter Automatisierungsprozesse

Dennoch wagten viele Organisationen lediglich kleine Schritte in Richtung Automatisierung. Heute zeigen Forschungsergebnisse, dass lediglich 3 % aller geschäftlichen Automatisierungsprojekte 50 Bots oder mehr umfassen. (Übrigens: Bots sind Automatisierungsanwendungen, die Routineaufgaben ausführen können.) Viele Unternehmen haben sich für Desktop-RPA entschieden, um die Auswirkungen des digitalen Wandels abzumildern. Es ist jedoch schwierig, allein mit Desktop-RPA mehrere Bots von verschiedenen Anbietern zu orchestrieren.

Die Cloud-basierte Full-Stack-Automatisierung ist das Gegenteil davon. Sie bietet die Möglichkeit, digitale und manuelle Prozesse innerhalb ein und desselben Workflows zeitnah zu skalieren, indem sie Automatisierungs- und KI-Funktionen im Rahmen einer einzigen Low-Code-Plattform kombiniert. Wenn Sie mit Low-Code nicht vertraut sind: Hierbei handelt es sich um einen modellbasierten Ansatz zur Erstellung von Anwendungen ohne das Schreiben von Code.

Low-Code ist ein benutzerfreundlicher, grafischer Ansatz. So kann ein Entwickler statt einer Tastatur eine Maus verwenden, um eine Geschäftsanwendung bis zu 20 Mal schneller zu erstellen als durch das Schreiben von Code.

Bislang war das Jahr 2020 aufgrund von COVID-19 für Unternehmen überall auf der Welt ein Jahr massiver Veränderungen. Zwar werden infolge der Pandemie geschlossene Unternehmen ihre Pforten früher oder später schrittweise wieder öffnen. Doch das ist kein Trost für Unternehmen, die am stärksten von den Auswirkungen des Lockdown betroffen sind. Die Verbraucherausgaben sind an einem Nullpunkt angelangt. Große Konferenzen sind untersagt. Reise-, Hotel- und Restaurantbuchungen haben sich verflüchtigt. Die Welt hat sich für immer verändert.

Die Lösung des Automatisierungsdilemmas

Im Zuge der Lockerung der Maßnahmen werden Organisationen einige schwierige Entscheidungen treffen müssen. Werden sie angesichts sinkender Einnahmen auf die Prozessautomatisierung umsteigen, um die menschliche Arbeitskraft zu stärken, anstatt sie zu ersetzen? Werden sie die Automatisierung nutzen, um das Kundenerlebnis neu zu gestalten? Oder werden sie wie gewohnt weitermachen und abwarten, ob eine weitere Katastrophe eintritt?

Vor der Pandemie begannen führende digitale Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse mit BPM, RPA, KI und Case Management über eine Low-Code-Plattform von Grund auf neu zu definieren. Sie sahen in der Vollautomatisierung einen weitaus stärker skalierbaren Weg zur Automatisierung als lediglich über RPA.

So kombinierte beispielsweise Ryder, ein unter den Fortune 500 vertretenes Lastwagen-Vermietungs- und -Leasing-Unternehmen, Robotic Process Automation mit einer Cloud-basierten Low-Code-Plattform, um die Produktivität seiner Vermietungsabteilung zu steigern. Bevor sich Ryder jedoch für die Low-Code-Automatisierung entschied, war der Prozess zur Erfassung einer Unterschrift meist manuell und papierbasiert.

Ryder beschloss jedoch, Dokumente digital zu speichern und aufzuzeichnen, damit diese automatisch an Kunden weitergegeben werden konnten. Dies ermöglichte es den Firmenmitarbeitern, Unterlagen zu jedem gewünschten Fahrzeug immer und überall über ein mobiles Gerät abzurufen.

Die Folgen war bemerkenswert: Das Unternehmen konnte eine 50-prozentige Reduzierung der Fahrzeugrückgabe- und -bereitstellungszeit verzeichnen.

Ein weiteres gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Options Clearing Corporation (OCC). Das Unternehmen setzte auf Low-Code und Robotic Process Automation (RPA), um komplexe manuelle Prozesse zu digitalisieren und sie in einem stark regulierten Umfeld, in dem täglich Millionen von Finanztransaktionen verarbeitet werden, transparenter, sichtbarer und überprüfbarer zu machen.

Doch anstatt Anwendungen zu programmieren, verwendete das Team von OCC visuelle Entwicklungstools, mit denen die Mitarbeiter ihre Geschäftsprozesse schneller als je zuvor exponentiell automatisieren konnten. So waren Führungskräfte beispielsweise in der Lage, neun kritische Risikomanagement-Anwendungen in nur 18 Monaten zu entwickeln und zu implementieren, eine Reihe von Prozessen innerhalb eines einzigen Tages und die meisten anderen innerhalb von acht Wochen oder weniger zu automatisieren.

 

Starthilfe für die Geschäftsbelebung im Zeitalter von COVID

Im Vorfeld der Coronavirus-Pandemie setzten Lebensmittelhändler und große Unternehmensketten Roboter ein, um Böden zu reinigen, Regale zu füllen und Lebensmittel an Kunden zu liefern. Die führenden Unternehmen der digitalen Wirtschaft setzten auf KI-gestützte Bilderkennung, Dokumentenklassifizierung, Datenextraktion und Übersetzungsdienste, um Mitarbeitern eine weitaus effizientere Datenverarbeitung und Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Auf Makroebene haben die verheerenden Auswirkungen der Pandemie die Dringlichkeit einer zeitnahen Anpassung an unbeständige Bedingungen unterstrichen. Nachdem der Dow-Jones-Index im Februar mit 29.000 Punkten seinen Höchststand erreicht hatte, fiel er nach Angaben von USA Today bis Mitte März um fast 30 %.

Am 16. März fiel der Dow Jones sogar um fast 3.000 Punkte – der größte Ein-Tages-Rückgang in der Geschichte.

Die COVID-Krise hat jedoch nicht nur die Wirtschaft lahmgelegt, sondern auch etliche Schwachstellen aufgedeckt – etwa die veralteten Systeme, auf die viele Unternehmen nach wie vor bei ihrer Arbeit vertrauen. Quartz berichtete kürzlich, dass 92 der Top-100-Banken, 70 % der Fortune-500-Unternehmen und ein Großteil aller weltweiten Gesundheits- und Finanzdienstleister, Versorgungsunternehmen und Regierungsbehörden auf unflexible Systeme angewiesen sind, die von einer weiteren Pandemie überwältigt werden könnten.

Die Welt wird möglicherweise nie wieder zum Status quo vor dem Ausbruch des Coronavirus zurückkehren, doch die von der Pandemie verursachte wirtschaftliche Unsicherheit wird eines Tages enden. Sofern die Forschung Fortschritte bei der Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff macht, werden Maskenpflichten und Ausgangssperren aufgehoben werden. Vielleicht wird es sogar wieder möglich sein, auf Laptops und Zoom zu verzichten und unserem Geschäft anders nachzugehen.

In der Zwischenzeit stellt sich die Frage, wie Sie Ihren Geschäftserfolg wieder ankurbeln können. Und wenn Sie darauf erpicht sind: Wie können Sie digitale und menschliche Arbeitskräfte zusammenbringen, um sich möglichst schnell an die von der Coronavirus-Pandemie bewirkten Änderungen anzupassen und sich nach dem Abklingen der Krise schneller zu erholen?

Die Antwort auf diese Fragen liefert Forrester:

„Ziehen Sie Plattformen vor, die für Wirtschaftsexperten zugänglich sind. Abgesehen von diesem Kriterium ist die Wahl der Plattform jedoch weniger wichtig, als jetzt sofort zu handeln.“

(Für einen detaillierteren Einblick in die digitale Prozessautomatisierung lesen Sie hier den Forrester Analyst Report).

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