Diese acht Trends kommen 2018 auf Versicherer zu

Eine Redensart behauptet zwar „Je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleibt alles beim Alten“, doch das stimmt nicht immer. Zumindest diesmal nicht. In rasantem Tempo kommen Änderungen auf uns zu! Deshalb sollte nahezu jeder Versicherer – unabhängig von seiner Größe, seiner Struktur oder seinen besonderen Umständen – darüber nachdenken, wie er mit dieser Entwicklung Schritt halten und sich für die Zukunft positionieren kann.

In diesem Artikel aus unserer Blogreihe Zwölf Tage digitale Transformation schauen wir uns an, was 2018 auf Versicherer zukommt und worauf sie besonders achten sollten.

Den Anfang macht:

1. Digitale Transformation

Zugegeben, digitale Transformation ist zu einem Modebegriff geworden, mit dem viele nur allzu gern um sich werfen. Und ja, jedes Unternehmen versteht darunter etwas anderes.

Doch im Grunde können wir uns auf folgende Definition einigen: Als digitale Transformation bezeichnet man den Prozess, bei dem mithilfe von Technologie ein radikaler Wandel im Unternehmen stattfindet.

Solch ein Vorhaben ist nicht nur sehr mutig, sondern auch eine echte Herausforderung, weil im Mittelpunkt der digitalen Transformation eine ziemlich gewaltige Aufgabe steht.

Denn anstatt den Schwerpunkt auf ein einzelnes IT-Projekt zu legen, geht es bei der digitalen Transformation um eine ganze Reihe von Projekten, die sich gemeinsam auf alle Aspekte einer Organisation auswirken – von Prozessen im Back-Office bis hin zur Kundeninteraktion. Das ultimative Ziel dabei ist es, diese unterschiedlichen Prozesse untrennbar miteinander zu verknüpfen.

Das ist zwar schwer, sollte aber nicht ignoriert werden, denn es gibt:

2. Neue Konkurrenz aus allen Himmelsrichtungen

InsurTech-Anbieter, Amazon oder Google – man hat den Eindruck, jeder meint, er könne auf dem Markt Fuß fassen und eine Nische finden, die sich für ihn rentiert. Technologien und die Erkenntnis, dass es noch ungenutzte Vertriebskanäle gibt, haben die Karten völlig neu gemischt. So sind heutzutage auch Branchenfremde in der Lage, Innovationspotenzial zu erkennen und für sich zu nutzen.

Ähnlich wie Uber und Lyft die Taxiunternehmen in Alarmbereitschaft versetzt haben, haben auch Versicherer erkannt, dass sie ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen und sich die Frage stellen sollten, ob der traditionelle Weg, den sie bisher gegangen sind, noch Zukunft hat.

Hinzu kommt, dass nicht nur Start-ups innovativ sind, denn wir beobachten einen:

3. Boom von Innovation Labs

Um mithalten zu können, haben viele große, bereits etablierte Unternehmen Innovation Labs gegründet. Zwei Beispiele sind State Farm und Nationwide, die beide Möglichkeiten und Wege suchen, um Prozesse anders zu gestalten, immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ihr Marktanteil innerhalb von einer Minute schrumpfen kann.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Prozessen bei der Arbeit im Home-Office, agieren diese Teams unabhängig voneinander und haben genügend Spielraum, um flexibel zu bleiben. Sie sind zukunftsorientiert und sich darüber bewusst, dass eine kontinuierliche Entwicklung und Anpassung an die sich ständig ändernden Herausforderungen und Chancen der Versicherer notwendig ist, weshalb sie permanent ihre Performance und ihre Effektivität im Blick haben.

Diese Autonomie hat dazu geführt, dass das Versicherungsgeschäft aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet wird. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wird sich auf geschäftskritische Initiativen konzentriert.

Mit offenen Bürokonzepten und einer flachen Hierarchie zur Förderung von Teamarbeit und einem offenen Ideenaustausch orientieren sich die Umgebungen, in denen diese Teams arbeiten, an den Prozessen in Start-up-Unternehmen.

Silos werden aufgebrochen. Die Folgen sind weitreichend:

4. Analytics sind nicht mehr nur für Statistiker interessant

Datenanalysen werden immer besser in andere Versicherungsbereiche integriert. Zahlen lügen nicht und Versicherer erkennen gerade, dass maschinelles Lernen die Rentabilität in praktischer Hinsicht optimieren kann.

Hier sticht vor allem Arity, die Tochtergesellschaft von Allstate, hervor, denn dort unterstützen Analysen die Versicherer dabei, bessere Entscheidungen über Autofahrer zu treffen – und zwar in Echtzeit.

Sie gehen also einen Schritt zurück, um die Branche aus einer neuen Perspektive zu betrachten und denken an:

5. Die Sharing Economy

Versicherungsträger müssen umdenken und sich überlegen, wofür in den kommenden Jahren Versicherungen abgeschlossen werden, um anschließend ihre Strategien entsprechend auszurichten.

Neue Geschäftsmodelle haben zur Folge, dass Versicherer andere Anforderungen berücksichtigen müssen. Denken Sie nur mal an Uber und Lyft und wie diese beiden Transport-Apps die Art und Weise, wie die Menschen ihre Fahrzeuge nutzen, revolutioniert haben.

Arity war einer der ersten Anbieter überhaupt, der mit Mitfahrunternehmen zusammengearbeitet hat. Die Beliebtheit – und das Nutzungsvolumen – dieser Services ist stark angestiegen. Versicherer realisieren, dass sie reagieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen, um sich selbst und ihre Versicherten zu schützen.

Aber ohne die Möglichkeit, das nächste große Ding vorauszusagen, bleibt Versicherern nur eine Möglichkeit, um sich auf die Zukunft vorzubereiten:

6. Mehr Wachstum durch technologische Modernisierung

Modern bedeutet digital.

„Die Zukunft der Versicherungen wird digital sein. So viel steht fest.“

– McKinsey & Company: Eine Strategie für digitale Transformation

Damit ein Versicherer digital sein kann, braucht er eine digitale Plattform.

Digitale Technologien sind für alle Bereiche eines Unternehmens interessant und nützlich. Versicherer haben so die Möglichkeit, funktionale Prozesse und Anwendungen miteinander zu verknüpfen, um digitale Lösungen unternehmensweit zu implementieren. Zuerst geschieht dies intern und später extern, um das Nutzungserlebnis für Verbraucher und Vertreter zu optimieren.

Versicherer sind sich durchaus dessen bewusst, welchen Mehrwert sie durch die umfassende und direkte Einbettung digitaler Lösungen in ihre Geschäftsmodelle generieren können.

Allerdings gibt es auch noch andere Technologien, zum Beispiel:

7. Künstliche Intelligenz, Robotic Process Automation und maschinelles Lernen

Wenn Versicherer nach Möglichkeiten suchen, um künstliche Intelligenz (KI), Robotic Process Automation (RPA) und maschinelles Lernen einzuführen, um den größtmöglichen Nutzen aus diesen revolutionären Technologien zu ziehen, müssen sie ganz klar wissen, wie diese Systeme zusammenarbeiten. Nur so lässt sich ein Mehrwert schaffen.

KI ist die Fähigkeit einer Maschine, intelligentes menschliches Verhalten zu imitieren. Oder einfach formuliert: die Fähigkeit eines Computerprogramms oder einer Maschine zu denken und zu lernen. RPA ist der Einsatz von Software zusammen mit KI und maschinellem Lernen, um wiederholbare Aufgaben in hohem Umfang zu erledigen, für die vorher menschliche Arbeitskraft notwendig war.

Versicherer nutzen diese Lösungen für mehr Effizienz bei der Bearbeitung von Fällen, im Call-Center und in anderen Bereichen. Und weiter:

„Durch die Verknüpfung von digitalen Lösungen mit Robotik lassen sich einige der derzeit ineffizientesten Prozesse optimieren.“

– EY, die Auswirkungen von Robotik, RPA und KI auf das Versicherungswesen: Herausforderungen und Chancen

Letztendlich muss man einer Tatsache ins Auge sehen:

8. Die Vertriebskanäle für Versicherungen ändern sich

Und diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Vorausschauende Versicherer haben verstanden, dass sie einen ganzheitlichen Ansatz brauchen, um digitale Transformation erfolgreich umzusetzen. Dazu gehören Technologien und Prozesse.

Und es muss ein Umdenken stattfinden. Es geht nicht mehr um einen Projektplan und ein Endspiel. Das Ziel bleibt nicht statisch und Ihre Strategie muss immer wieder neu ausgerichtet werden. Versicherer müssen bereit sein, sich an die Änderungen anzupassen, und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Es ist ein Marathon und kein Sprint (obwohl natürlich jeder Sprint zählt), der sich positiv auf die geschäftlichen Prozesse des Versicherers auswirken wird. Appian ist bereit, gemeinsam mit Versicherern daran zu arbeiten, dass 2018 das Jahr wird, in dem Digital Everywhere zur Realität wird.

Eileen Potter

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