4 Beobachtungen aus dem Versicherungswesen zu Beginn des Jahres 2020

Im Laufe der letzten paar Wochen hatte ich die Gelegenheit, an zwei Versicherungsveranstaltungen teilzunehmen: ein  runder Tisch in London, bei dem es darum ging, wie Technologie Veränderungen in der Schadensabwicklung voranbringt, und das IndustryForum Insurance in den Niederlanden, an dem Versicherer, die sich an die raschen Veränderungen im Versicherungswesen anpassen müssen, teilnehmen.

Die Formate, Städte und Teilnehmer waren alle anders – doch die meisten besprochenen Themen waren die gleichen. Versicherer konzentrieren sich darauf, wie sie in der aktuellen Versicherungslandschaft wettbewerbsfähig bleiben können. Traditionelle Versicherungen und Versicherungstechnologie-Unternehmen versuchen, sich von der Konkurrenz abzuheben und ihren Marktanteil zu erhöhen. Technologie und Kundenerwartungen entwickeln sich laufend weiter. Versicherungsunternehmen stehen unter dem Druck, damit Schritt zu halten.

Hier sind einige meiner Erkenntnisse:

Der Ausgangspunkt für Veränderungen

Der Ausgangspunkt für die Modernisierung eines Technologie-Ökosystems und was „Digitale Transformation“ jeweils bedeutet, sieht bei jedem Unternehmen anders aus. Viele Versicherer gehen weiterhin Ziele durch und evaluieren ihre Anforderungen. Häufig herrscht dabei Verwirrung darüber, wo angefangen werden soll, wie lange der Prozess dauern wird und wie viel er kosten wird. Das Problem besteht heutzutage darin, dass sich diese Anforderungen so rasch weiterentwickeln, dass ein völlig neuer Ansatz erforderlich ist.

Unternehmen müssen sich darüber bewusst werden, dass Veränderungen immer rascher erfolgen und die Technologie sich laufend weiterentwickelt. Ein zukunftssicheres Versicherungstechnologie-Ökosystems aufzubauen, ist somit ein kontinuierlicher Prozess, der nie vollständig abgeschlossen sein wird.

Die Inspiration zur Veränderung

Unter anderem ist mir aufgefallen, dass Versicherer sich über die Gelegenheit freuen, branchenweite Probleme besprechen zu können und sich in diesen Zeiten rascher Veränderungen gegenseitig zu inspirieren. Niemand eignet sich besser als Gesprächspartner für Ideen als jemand, der mit den gleichen geschäftlichen Herausforderungen zu tun hat. Es war wirklich interessant, einen Geist der Zusammenarbeit unter Wettbewerbern zu sehen.

Ein schönes Beispiel für inspirierende Veränderungen bei einem Versicherer bietet Aegon, einer der weltweit führenden Anbieter für Versicherungslösungen, Pensionen, Hypotheken und Vermögensverwaltung.  Aegon möchte seinen Kunden durch die Kombination der besten Mitarbeiter und der besten Technologie die besten Leistungen anbieten.

Seit Beginn der Partnerschaft mit Appian im Jahr 2017 hat Aegon unternehmensweit 35 Anwendungen in die Produktion gegeben. Der Designleiter drückte sich folgendermaßen aus: „Durch die Zusammenarbeit mit Appian können wir auf agile Art und Weise über IT-Innovationen nachdenken.“

Der Grund für Veränderungen – das Warum und die Daten

Technologie sollte keine Veränderungen anstoßen. Kunden sind die treibende Kraft für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens – wer ihre Anforderungen am besten erfüllt, sichert sich ihre Treue. Somit sollten Veränderungen von Kundenanforderungen ausgehen. Die wirkungsvollsten Technologieveränderungen sind die, mit denen ein Unternehmen sich besser um seine Kunden kümmern kann.

Wenn man Kunden als Handlungsgrundlage betrachtet, gilt der nächste Gedanke einem Bereich, mit dem viele Versicherer zu kämpfen haben: Daten.

Versicherer sind sowohl organisch als auch über Fusionen und Übernahmen gewachsen. Dabei haben sich im Laufe der Jahre Systeme und Daten angesammelt, die häufig voneinander isoliert sind. Aus Sicht davon, den Kunden einen Mehrwert bieten zu wollen, sind Daten ein echter Schatz. Wenn sie jedoch sehr verstreut sind, können sie dem Unternehmen auch rasch Kopfschmerzen bereiten. Interne Diskussionen über Kundenprozesse werden häufig zu System- und Datendiskussionen – sehr zum Leidwesen von Unternehmenseigentümern. Dies führt zu einer immer tieferen Kluft zwischen geschäftlichen und IT-Belangen. Mit modernen Technologien ist dies nicht mehr erforderlich. Es gibt andere Möglichkeiten, wie man Daten nutzbar machen kann, ohne gleich an neue Systeme und Datenmigrationen denken zu müssen.

Mit einer Low-Code-Automatisierungsplattform für Unternehmen können Sie eine einzige Sicht auf Ihre Daten für Ihr Unternehmen erstellen und die Daten dort lassen, wo sie sich befinden – ganz ohne Migration. Dies ist ein tolles Beispiel dafür, wie Sie Ihre Daten durch den Einsatz von Technologie für sich und Ihre Kunden nutzen können. Aus der Perspektive interner Prozesse wird so erreicht, dass geschäftlicher Bereich und IT zusammenarbeiten und weiterhin der Kundenservice im Mittelpunkt bleibt. Letztlich ist am wichtigsten, dass Ihre Mitarbeiter über eine einzige Sicht auf die Schlüsseldaten verfügen, um bessere Entscheidungen treffen und das Kundenerlebnis verbessern zu können.

Ein Handlungsaufruf

Und dies bringt uns zu meiner letzten Beobachtung, die auch meinen Handlungsaufruf darstellt. Versicherer müssen ihre Einstellung im Hinblick auf ihre Technologieprojekte ändern. Unternehmensumwälzungen wird es auch weiterhin geben und Unternehmen müssen die Art und Weise, wie sie Innovationen tätigen, ändern, um Schritt halten zu können.

Es geht nicht nur um Technologie, sondern vor allem auch um den Prozess. Der geschäftliche Bereich und die IT sollten nicht in Silos arbeiten. Sie benötigen die Erkenntnisse, die die jeweils andere Gruppe bietet, damit Projekte Erfolg haben können. Fangen Sie klein an. Achten Sie auf Zusammenarbeit. Fachübergreifende Teams, denen die richtigen Tools für eine agile Arbeitsweise zur Verfügung stehen, können rasch Projekte abschließen, die einen steigenden Mehrwert für das Unternehmen bieten – genau wie bei der obigen Datenherausforderung.

Überlegen Sie, wo Sie einen Mehrwert erzielen können, welche Änderungen hierfür erforderlich sind und machen Sie dann den ersten Schritt. Durch die Betrachtung von Problemen sowohl aus geschäftlicher als auch aus technologischer Sicht können Versicherer sich das Wohlwollen aller Stakeholder sowie von Anfang an Unterstützung sichern. Dies führt zu erfolgreicheren Ergebnissen, einschließlich verbesserter betrieblicher Prozesse und neuer Geschäftsmodelle.

Es ist immer ein tolles Erlebnis, Zeit mit meinen Branchenkollegen zu verbringen und mich mit ihnen über die Probleme, die sich auf unsere gemeinsame Branche auswirken, zu sprechen. Ich freue mich darauf, viele von Ihnen bei Versicherungsveranstaltungen im Laufe des Jahres 2020 zu treffen.

Gijsbert Cox
Industry Leader, Versicherungswesen

 

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